Betrachtet man das Transferverhalten des FC Bayern in den letzten beiden Offseasons, so wird man feststellen, gegensätzlicher wäre es kaum gegangen. Gab man letzten Sommer noch knapp 70 Millionen Euro aus, waren es bisher ganze null Euro. Für das Geld hat man immerhin zwei Spieler bekommen, wovon der eine nun ins Training eingestiegen ist.

Dennoch bin ich sehr zufrieden, schon seit zwei Spielzeiten wünsche ich mir Tim Borowski nach München. Mir gefällt seine offensiv-ausgerichtete Spielweise. Dabei kann Boro sowohl zentral hinter den Spitzen (wie bei der WM 2006), auf den Flügeln (wie meistens in Bremen), oder auch als verkappter 6er eingesetzt werden, was ihn natürlich noch wertvoller macht. Im Gegensatz zu Michael Ballack sehe ich hier echte Spielmacherqualitäten, die Vorlagen geben mir da ansatzweise Recht. Maßgenaue Flanken, ein strammer Schuss, Beidfüßigkeit aus der alten DDR-Schule – sowas findet man nun wirklich nicht überall.

Gespannt bin ich, wie Jürgen Klinsmann den Neubrandenburger einsetzen wird. Bei der WM in Deutschland war Bayerns neue Nummer 24 der für mich beste zwölfte Mann im Turnier. Ein Ballack-Backup, der dem Spiel durchaus seinen Stempel aufdrücken konnte. Mir würde – das System mit zwei 6ern vorausgesetzt – eine Linie mit Mark van Bommel sehr gut gefallen, beide sind dominante Personen auf dem Rasen mit einem guten Auge und der angesprochene Torgefahr. Zu seinen fußballerischen Vorbildern zählen übrigens Stefan Effenberg und Frank Lampard.

Foto: FC Bayern


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