Wir erinnern uns an das Jahr 2002. In Amerika hatte man 12 Monate zuvor mehrere Hochhäuser sprengen lassen, um seine Politik durchzusetzen. Da dachten sich die Sozialdemokraten, sowas könnten sie auch. Spezialkommandos unter der Führung des jetzigen Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeiers rückten nachts aus und brachten Sprengladungen an ausgewählten Orten in Ostdeutschland an – die Geschichte ist hinreichend bekannt.

Der angebliche Oderbruch verschaffte Schröder einen tollen Bonus, er hatte mal wieder die Gelegenheit, sich als Macher zu präsentieren. Stoiber war zwar auch da, sah in den Gummistiefeln aber nicht halb so gut aus. Der Plan ging auf, Rot-Grün konnte weitermachen.

Und auch für das Wahljahr 2006 gab es bereits Pläne, wie es jetzt bekannt wurde. In ihrem Machterhaltungstrieb brauchte die SPD einen Märtyrer, der die internen Flügelkämpfe beenden könnte. Die Wahl fiel auf Oscar Lafontaine. Gerhard Schröder hatte sich das alles schon ausgemalt: der ehemalige Kanzlerkandidat und Finanzminister sollte während der Fußball-WM im eigenen Land von einem Unbekannten (vermutlich irgendein unbedeutender JuSo) erschossen werden – im Stadion!

Das Theater wäre groß gewesen, vielleicht ähnlich wie bei Lincoln in Amerika, nur cooler. Eine in Trauer geeinte SPD wäre wahrscheinlich durch den Mitleidsbonus stärkste Kraft und Schröder wieder Kanzler geworden. Es gab nur ein Problem: Oscar hatte keine Lust, für Gerd draufzugehen. Schon gar nicht, weil er dadurch auch das Finale verpassen würde. Als man ihm die Pläne im April 2005 vorlegte trat er einen Monat später wütend aus der SPD aus und Merkel wurde Kanzlerin.

Trotzdem, der Plan war nicht schlecht. Steinmeier erinnerte sich kürzlich an die Strategien seines Lehrmeisters, als er im Außenministerium eine dicke Zigarre qualmte und total ekelig husten musste. Frank-Walter ist nicht blöd und weiß, es wird vermutlich nicht reichen am 27. September – außer, es passiert noch richtig was. Doch auch für die Zeit danach will vorgesorgt sein, schon 2005 hatte ihn genervt, dass Opa Müntefering den Parteivorsitz an sich gerissen hatte. Und nun war er schon wieder auf dem Posten. Einen Neuanfang wird es so nicht geben, am Ende kratz der Alte noch ab, während seine junge Freundin auf ihm rumhüft. Der Schaden für die Partei wäre nicht kalkulierbar. Der Entschluss stand fest, Münte fliegt – und zwar von Berlin nach Stuttgart.

Um den Plan nicht zu gefährden wurde Franz einfach gar nichts davon erzählt. Die alten Kontakte zum Bundesnachrichtendienst genutzt, hatte Steinmeier dem Piloten einen ordentlichen Schuss Stroh-Rum in die Wasserflasche füllen lassen. Blöd nur, dass der Pilot sowieso vorhatte, sich während des kleinen Inlandfluges einen zu gönnen und den zusätzlichen Alkohol gar nicht groß bemerkte. Sicherlich, die Landung war etwas unorthodox, aber ist ja nichts passiert.

Jetzt steht Müntefering sogar besser da als zuvor und über Steinmeier spricht in diesem Zusammenhang niemand. Ach SPD, was soll aus dir nur werden?


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